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Sturmtief Daisy auf Usedom

Auf der A 20 blieben Autos im Schnee stecken, ein Zug hing fest. 320 Menschen wurden von Rettern befreit. Nirgendwo wütete Sturmtief „Daisy“ so wie im Nordosten.
Mecklenburg-Vorpommern im Tiefschnee: Die Autobahn 20 war gestern früh zwischen Anklam und Stralsund noch immer voll gesperrt. Im Kreis Bad Doberan waren einige kleine Gemeinden eingeschneit, die Bundesstraßen jedoch wieder befahrbar. Die Räumdienste hatten die ganze Nacht gearbeitet.

Am Wochenende waren in Vorpommern und den Küstenkreisen mehr als 320 Menschen aus steckengebliebenen Autos und zwei Zügen gerettet worden. Sie kamen vorübergehend in Notunterkünfte. Die meisten waren in der Nacht zum Sonntag auf der Autobahn 20 bei Jarmen (Kreis Demmin) und den Zufahrtsstraßen mit ihren Autos in Schneewehen steckengeblieben.

Der Landkreis Ostvorpommern löste Katastrophenalarm aus, das Schweriner Innenministerium richtete einen Krisenstab ein. Das Technische Hilfswerk (THW) brachte allein auf der A 20 zwischen Süderholz und der Auffahrt Anklam rund 170 vom Schnee eingeschlossene Autofahrer nach Jarmen in Sicherheit. Erst in der Nacht zu gestern wurde der Katastrophenalarm aufgehoben.

Die Region in Deutschlands Nordosten war nach Einschätzung von Wetterexperten in Deutschland am stärksten von den Wetterkapriolen betroffen. Weniger die Schneemassen, sondern vielmehr die gewaltigen Sturm- und Orkanböen sorgten zwischen Rügen, Usedom und dem küstennahen Festland für einen Ausnahmezustand. „Über der flachen Ostsee konnte Sturmtief ,Daisy‘ richtig an Geschwindigkeit gewinnen und von Nordost auf die Küste drücken“, sagte Juliane Pestel vom Wetterdienst Meteomedia.

Am Kap Arkona peitschte sich „Daisy“ zu Orkanspitzen von 122 Kilometer pro Stunde hoch, am vorpommerschen Festland erreichte das Tief immerhin noch Sturmgeschwindigkeiten von 83 Kilometern in der Stunde. Auf Rügen türmten sich Schneewehen bis zu drei Meter hoch.

Starke Schneeverwehungen behinderten auch auf Usedom und in den Küstenkreisen Bad Doberan und Nordwestmecklenburg den Verkehr. Bei der Feuerwehr in Klütz wurde vorübergehend eine Unterkunft für rund 35 Menschen eingerichtet, die nicht mehr nach Hause kamen. Auch die Kreise Güstrow, Bad Doberan und Nordwestmecklenburg richteten Krisenstäbe ein. Auf Rügen wurde der Busverkehr eingestellt. Zahlreiche Ortschaften waren zeitweise von der Außenwelt abgeschnitten. Auch im Binnenland waren Dutzende Dörfer eingeschneit, Kreis- und Landesstraßen stundenlang unpassierbar. Wegen orkanartiger Böen fuhren die Fähren von und nach Schweden und Dänemark ab Rostock und Sassnitz zeitweise nicht mehr.

Insgesamt 44 Reisende mussten seit Sonnabendabend aus zwei Zügen zwischen Stralsund und Anklam gerettet werden, die sich in Schneewehen festgefahren hatten. So saßen bei der Deutschen Bahn 14 Reisende in einem Personenzug auf der Strecke zwischen Ducherow und Anklam fest. Die Feuerwehr und ein Schneepflug der Deutschen Bahn befreiten schließlich die frierenden Menschen.

Quelle: Lübecker Nachrichten

Nachricht vom 12.1.10 07:38

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Letzte Aktualisierung: Sonntag, 05. September 2010

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